Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt)

Das akute Koronarsyndrom (ACS), auch bekannt als „Herzinfarkt“ oder „Myokardinfarkt“, umfasst verschiedene Notfälle, die mit einer plötzlichen Durchblutungsstörung des Herzens einhergehen. Die tatsächlichen Symptome bei Frauen sind oft untypisch und lassen sich möglicherweise weniger leicht erkennen, was zu einer Verzögerung der Diagnose führen kann.

Die Symptome

Brustschmerzen sind das häufigste Symptom bei einem akuten Koronarsyndrom. Dennoch können sich bis zu 25 % der Frauen ohne Brustschmerzen vorstellen und über sogenannte atypische Symptome berichten, wie Schmerzen im Kiefer, Nacken oder Rücken, Übelkeit und Erbrechen, Schweißausbrüche sowie Atemnot, Herzklopfen, Schwindel oder Benommenheit und/oder ungewöhnliche Müdigkeit.

Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers!

Hier sind einige Symptome, die Sie kennen sollten, und wie Sie darauf reagieren können:

  • Ungewöhnliche Müdigkeit bei Anstrengung (bei alltäglichen Aktivitäten) → Suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf.
  • Herzklopfen (schneller oder unregelmäßiger Herzschlag) → Beobachten Sie die Situation und suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn diese Episoden wiederholt auftreten; wenn sie anhalten, sich verstärken oder mit Angstzuständen einhergehen, rufen Sie den Notruf (112) an.
  • Brustschmerzen beim Atmen oder Husten → Im Zweifelsfall oder bei starken Schmerzen: Rufen Sie den Notruf (112) an.
  • Starke, ausstrahlende Brustschmerzen (Arm, Kiefer, Schulter) → Rufen Sie sofort den Notruf (112) an.
  • Erschöpfung, Atemnot oder Verdauungsbeschwerden (Verdauungsprobleme, Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen) → Suchen Sie umgehend Ihren Arzt auf und rufen Sie den Notruf (112) an, wenn die Symptome anhalten oder sich verschlimmern.
  • Gefühl eines „Herzaussetzers“ (Extrasystole): in der Regel harmlos, sollte jedoch beobachtet werden, wenn es häufig auftritt → Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn dieses Symptom anhält.

Diagnose des akuten Koronarsyndroms

Bei Verdacht auf ein akutes Koronarsyndrom muss die Diagnose rasch gestellt werden und stützt sich auf mehrere sich ergänzende Faktoren:

  • die Symptome (Brustschmerzen, aber auch atypische Symptome, die bei Frauen häufiger auftreten, wie Müdigkeit, Atemnot oder Übelkeit);
  • ein Elektrokardiogramm (EKG), mit dem bestimmte Anomalien des Herzrhythmus oder der elektrischen Aktivität des Herzens festgestellt werden können;
  • eine Blutuntersuchung, insbesondere auf Troponin, eine Substanz, die freigesetzt wird, wenn der Herzmuskel beeinträchtigt ist.

Je nach Situation können bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden, wie beispielsweise eine Herzultraschalluntersuchung oder ein CT. In bestimmten, spezifischeren Fällen kann eine Herz-MRT vorgeschlagen werden.

Bei Frauen kann die Diagnose schwieriger sein, da die Symptome manchmal weniger typisch sind und bestimmte Anomalien im EKG weniger ausgeprägt sein können. Besondere Aufmerksamkeit ist daher erforderlich, um eine Verzögerung der Diagnose zu vermeiden.

Achten Sie auf sich: Sprechen Sie bei den geringsten Zweifeln oder Warnzeichen mit Ihrem Arzt darüber!

Behandlung des akuten Koronarsyndroms

Das akute Koronarsyndrom ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung im Krankenhaus erfordert. Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung des Herzens schnell wiederherzustellen und Komplikationen vorzubeugen.

Sie kann Folgendes umfassen:

  • einen Krankenhausaufenthalt mit kontinuierlicher Überwachung (insbesondere mittels Elektrokardiogramm), um mögliche Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen zu erkennen;
  • einen Notfall-Eingriff, zum Beispiel eine Angioplastie (Erweiterung der Arterie mit Einsetzen eines Stents: eine Art „Netz“), um die Durchblutung wiederherzustellen;
  • Medikamente, insbesondere zur Blutverdünnung und zur Verhinderung von Gerinnselbildung (antithrombotische Behandlungen), sowie Medikamente zur Schmerzlinderung und zum Schutz des Herzens.

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