Andes-Virus (Hantavirus)

Ein Infektionscluster mit dem Hantavirus vom Typ Andes auf einem Kreuzfahrtschiff, das von Argentinien abgefahren war, führte zu einem Dutzend Fällen unter Passagieren aus verschiedenen Ländern. Dieser Ausbruch wurde durch die Variante des Andes-Hantavirus verursacht. (ANDV): Während die Hantaviren, die in den meisten Teilen der Welt zirkulieren, nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden, weist das in Argentinien und Chile zirkulierende Andes-Hantavirus eine geringe Person-zu-Person-Übertragbarkeit auf, die bereits vor dem aktuellen Ausbruch in einigen auf die Region beschränkten Epidemien dokumentiert wurde.

Wir beantworten Ihre Fragen:

Was ist das Hantavirus?

Hantaviren sind Viren aus der Familie der Bunyaviridae, die auf allen Kontinenten vorkommen und von denen bislang mehr als 140 Typen identifiziert wurden. Jede Hantavirus-Variante kommt in einer bestimmten Nagetierwirtsart vor und hat ein sehr begrenztes geografisches Verbreitungsgebiet. So wird das europäische Hantavirus (Puumala) von der Rötelwühlmaus übertragen, während das Anden-Hantavirus durch das Nagetier Oligoryzomys longicaudatus übertragen wird: Hantaviren können unter Umständen auf den Menschen übertragen werden. Die Ansteckung des Menschen erfolgt hauptsächlich durch das Einatmen von Staub oder Aerosolen, die mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere kontaminiert sind.

Die Krankheit beginnt wie eine Grippe (Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen) und kann in den schwersten Fällen zu schweren Nieren- oder Atemwegsschäden führen.

Derzeit gibt es in Europa weder eine spezifisch zugelassene antivirale Behandlung noch einen zugelassenen Impfstoff. Im Krankheitsfall behandeln Ärzte die Symptome von Fall zu Fall, und die Versorgung erfolgt stationär im Krankenhaus.

Übertragung und Risiko einer Ansteckung von Mensch zu Mensch

Hantaviren werden durch Kontakt mit infizierten Wildnagern auf den Menschen übertragen. Die Ansteckung erfolgt durch Einatmen von Staub oder Aerosolen, die mit deren Urin, Kot oder Speichel kontaminiert sind. Dies kann beispielsweise beim Aufräumen eines Dachbodens, eines Kellers oder eines Gartenhäuschens oder bei Aktivitäten im Wald und auf Feldern geschehen.

Die aktuelle Situation richtet jedoch die Aufmerksamkeit auf das Andes-Virus, einen Hantavirus-Stamm, der in den Anden vorkommt und mit dem im Mai 2026 auf einem Kreuzfahrtschiff festgestellten Ausbruch in Verbindung steht. Im Gegensatz zu den in Europa üblicherweise beobachteten Hantaviren kann sich das Andes-Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Eine solche Übertragung gilt jedoch als selten und erfordert engen oder längeren Kontakt mit einer infizierten Person.

Die Inkubationszeit des Andes-Virus beträgt in der Regel zwischen einer und sechs Wochen nach der Exposition. Daher kann während dieses Zeitraums eine besondere Überwachung für Personen empfohlen werden, die von den Gesundheitsbehörden als Risikokontakte identifiziert wurden.

Bestätigte Fälle oder Verdachtsfälle in Luxemburg

Bislang ist kein luxemburgischer Staatsangehöriger betroffen.

Weitere Informationen: Hantavirus-Infektion

Welche Gesundheitsrisiken bestehen in Luxemburg?

Das Risiko für die Weltbevölkerung und die Bevölkerung in Europa im Zusammenhang mit Hantavirus-Infektionen ist laut WHO und dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) weiterhin gering. Beide Institutionen beobachten die Lage weiterhin und werden ihre Einschätzung aktualisieren, sofern neue Informationen dies rechtfertigen.

Der Wissensstand zu diesem Vorfall entwickelt sich weiter, und die Empfehlungen können entsprechend den neu verfügbaren Daten angepasst werden. Die Gesundheitsbehörden beobachten die Lage weiterhin in Abstimmung mit ihren nationalen und internationalen Partnern.

Eine anhaltende Ausbreitung in der Allgemeinbevölkerung wird als höchst unwahrscheinlich angesehen, da das Andes-Virus nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch auf dem Kreuzfahrtschiff ist zudem bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Darüber hinaus gibt es außerhalb der Andenregion kein natürliches Reservoir für das Andes-Virus, was eine anhaltende Übertragung innerhalb der Gemeinschaft unwahrscheinlich macht.

Besteht in Luxemburg ein Risiko einer Übertragung von Mensch zu Mensch?

Die in Europa zirkulierenden Hantaviren sind nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Im Zusammenhang, mit dem im Mai 2026 auf dem Kreuzfahrtschiff festgestellten Ausbruch werden die als Kontaktpersonen identifizierten Menschen derzeit medizinisch überwacht und es werden geeignete Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt besteht kein besonderes Risiko für die Bevölkerung in Luxemburg.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es?

Es gibt keine spezifischen Präventionsmaßnahmen. Handhygiene ist die einzige allgemein zu empfehlende Maßnahme.

Welche Empfehlungen gelten für Reisende?

Generell gilt: Bei Fieber oder beunruhigenden Symptomen nach der Rückkehr von einer Reise außerhalb unserer Region sollten Sie einen Arzt aufsuchen und diesen über die besuchten Gebiete informieren. Der Arzt wird dann beurteilen, ob Untersuchungen auf Krankheiten erforderlich sind, die bei uns nicht unbedingt endemisch sind.

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