Projektstruktur
PHRESH ist in mehrere sich ergänzende Arbeitspakete (Work Packages, WPs) gegliedert, die jeweils einen zentralen Projektbaustein abdecken. Gemeinsam bilden sie ein kohärentes System, von der Datenerhebung über die Datennutzung bis hin zu Koordination, Nachhaltigkeit und Kommunikation.
Technische Arbeitspakete
WP2: Ausbau der SORMAS-Implementierung
WP2 ist die technische Säule des Projekts. Ziel ist es, den Einsatz der Plattform SORMAS (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System), die zunächst für COVID-19 eingeführt wurde, auf alle meldepflichtigen Krankheiten in Luxemburg sowie auf die Vektorüberwachung auszuweiten – im Rahmen eines One-Health-Ansatzes.
WP2 umfasst die Einführung automatisierter digitaler Untersuchungen, die Standardisierung von Datenflüssen und die Entwicklung von Mechanismen, die eine harmonisierte Übermittlung von Informationen an europäische und internationale Systeme ermöglichen, insbesondere an jene der European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und der WHO. In der Praxis bedeutet das einen erheblichen Entwicklungs- und Anpassungsaufwand, um schrittweise neue Krankheiten zu integrieren. Jede Krankheit erfordert eine spezifische Konfiguration – etwa zu Falldefinitionen, Fragebögen, Meldewegen, Arbeitsabläufen sowie Regeln für Management und Nachverfolgung –, damit rechtliche Vorgaben, Praxis im Feld und die Anforderungen der epidemiologischen Überwachung korrekt abgebildet werden.
WP3: One Health und Aufbau einer nationalen Austauschplattform
WP3 stärkt die Zusammenarbeit zwischen nationalen Institutionen und fördert einen integrierten Ansatz im Umgang mit Gesundheitsrisiken. Ziel ist es, Daten aus der Human-, Tier- und Umweltgesundheit miteinander zu verknüpfen, um Gesundheitsbedrohungen früher zu erkennen und Reaktionen wirksamer zu gestalten.
In der Praxis konzentriert sich WP3 auf die Verbesserung der Überwachung von lebensmittelbedingten, wasserbedingten, vektorübertragenen und zoonotischen Krankheiten. Ein zentrales Element von WP3 ist die Entwicklung einer sicheren nationalen digitalen Austauschplattform, die die Kommunikation zwischen den nationalen Akteuren des öffentlichen Gesundheitswesens und des One-Health-Bereichs erleichtern soll.
WP4: Krankenhausbasierte Überwachung
WP4 widmet sich der Überwachung von Infektionskrankheiten in Krankenhäusern, insbesondere in Notaufnahmen, die einen zentralen Beobachtungspunkt für das Auftreten und die Entwicklung von Infektionsereignissen in der Bevölkerung darstellen. Diese Arbeit baut auf den Aktivitäten auf, die 2024 im Rahmen des Projekts RASSUR (Recueil Automatisé – Système de SURveillance syndromique dans les services d’urgence) gestartet wurden. PHRESH verfolgt das Ziel, diese Errungenschaften abzusichern, indem sie in eine nachhaltige digitale Infrastruktur eingebettet und stärker mit den übrigen Komponenten der nationalen Überwachung verknüpft werden.
WP4 beruht auf einer engen Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern und bezieht Krankenhausleitungen, Notaufnahmeteams, klinisches Personal, IT-Dienste und die Gesundheitsbehörden ein. Die Arbeiten umfassen die Festlegung der relevanten zu erhebenden Daten sowie deren automatische Integration aus den Krankenhausinformationssystemen in einer Form, die keine Identifizierung von Patientinnen und Patienten erlaubt. Die Informationen werden nach Zeitraum, geografischem Gebiet, Altersgruppe und syndromischer Kategorie verarbeitet und ausgewertet, mit dem Ziel, automatisierte tägliche epidemiologische Indikatoren zu erstellen, die für die frühzeitige Erkennung ungewöhnlicher Ereignisse unerlässlich sind.
Neben der täglichen Überwachung werden die Daten einer formalen wöchentlichen Analyse unterzogen, die in einem epidemiologischen Bulletin dargestellt wird. Dieses erscheint wöchentlich auf santesecu.lu und richtet sich an Gesundheitsbehörden, Partnerinstitutionen und die breite Öffentlichkeit.
WP5: Dashboard zur Überwachung übertragbarer Krankheiten
WP5 hat das Ziel, Daten zur Überwachung von Infektionskrankheiten über interaktive Dashboards zugänglicher, übersichtlicher und leichter nutzbar zu machen.
Dazu gehört die Entwicklung mehrerer Dashboards, die auf unterschiedliche Zielgruppen zugeschnitten sind (Gesundheitsbehörden, Gesundheitsfachkräfte und die breite Öffentlichkeit). So werden Transparenz gestärkt und datenbasierte Entscheidungen auf der Grundlage aktueller Informationen unterstützt.
Zum letzten Mal aktualisiert am