Nationaler Aktionsplan für Gesundheitssicherheit (NAPHS)

Im Dezember 2024 nahm Luxemburg an der europäischen Bewertung der Bereitschaft für Gesundheitsnotfälle (Public Health Emergency Preparedness Assessment, PHEPA) teil, die alle drei Jahre gemäß der Verordnung (EU) 2022/2371 über schwerwiegende Gesundheitsgefahren durchgeführt wird.

Der Bericht hob Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten für den Gesundheitssektor hervor und deckte dabei sechzehn wesentliche Kapazitäten ab.

Der Nationale Aktionsplan für Gesundheitssicherheit (NAPHS) ist die strukturierte Antwort auf diese Empfehlungen, die gemäß dem methodischen Rahmen der WHO und auf der Grundlage des „One Health“-Ansatzes erarbeitet wurde.

Der NAPHS fügt sich durch seinen sektorübergreifenden und ressortübergreifenden Ansatz, der darauf abzielt, die Vorsorge und Reaktion Luxemburgs auf jede Gesundheitskrise zu stärken, nahtlos in die nationale Resilienzstrategie ein, die vom Hochkommissariat für nationalen Schutz koordiniert wird.

Ein strukturierter strategischer Rahmen

Der NAPHS legt die nationale Ausrichtung im Bereich der Gesundheitssicherheit für die kommenden Jahre fest. Er fügt sich in den Rahmen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (festgelegt von der WHO) und des europäischen Systems zum Management von Gesundheitsgefahren ein.

Er zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit des luxemburgischen Gesundheitssystems gegenüber Gesundheitskrisen – seien es Epidemien, Umweltkatastrophen, Unfälle oder andere neu auftretende Risiken – nachhaltig zu stärken. Er fügt sich zudem nahtlos in die nationale Resilienzstrategie Luxemburgs ein.

Der Plan deckt alle 16 im Rahmen des PHEPA bewerteten Kapazitäten ab, darunter Krisenmanagement, Überwachung, Laboratorien, Personalmanagement, Krisenkommunikation und zoonotische Krankheiten.

Ein konkreter und operativer Aktionsplan

Über seine strategische Ausrichtung hinaus stellt der NAPHS ein detailliertes operatives Instrument dar. Jede aus dem PHEPA hervorgegangene Empfehlung wurde von Experten aus verschiedenen luxemburgischen Behörden und Einrichtungen einer strukturierten Analyse unterzogen, einschließlich der Bewertung ihrer Auswirkungen, ihrer Durchführbarkeit und ihrer Priorisierung.

Diese Empfehlungen werden in konkrete Maßnahmen umgesetzt, die mit der Festlegung der zuständigen Stellen, der beteiligten Akteure, festgelegter Fristen, erwarteter Ergebnisse und einer Überwachung der Umsetzung einhergehen.

Der Plan umfasst somit eine Reihe von Maßnahmenblättern, die die Rückverfolgbarkeit zwischen der ursprünglichen Diagnose und den umgesetzten Maßnahmen gewährleisten. Dieser Ansatz gewährleistet klare Zuständigkeiten, kohärente Maßnahmen und die Möglichkeit, die erzielten Fortschritte zu bewerten.

Der NAPHS ist somit sowohl ein strategischer Fahrplan als auch ein Instrument zur operativen Steuerung.

Governance und Umsetzung

Die Umsetzung des NAPHS wird von der Direktion für Gesundheit über den Dienst für Notfallvorsorge und -reaktion sowie den Bereich Gesundheitsschutz koordiniert.

Sechzehn Fachgruppen, die den bewerteten Kapazitäten entsprechen, tragen zur Überwachung der Maßnahmen bei. Ein Lenkungsausschuss gewährleistet die strategische Kohärenz des Plans zwischen allen Fachgruppen, während ein Entscheidungsgremium dessen institutionelle Validierung sicherstellt.

Diese Organisation ermöglicht es, technisches Fachwissen, sektorübergreifende Koordination und strategische Entscheidungen miteinander zu verknüpfen.

Verbesserung und Neubewertung

Der NAPHS ist Teil des in der Verordnung (EU) 2022/2371 vorgesehenen Dreijahreszyklus, was bedeutet, dass alle drei Jahre eine neue PHEPA-Bewertung durchgeführt und neue Empfehlungen formuliert werden. Auf der Grundlage dieser Empfehlungen wird der NAPHS aktualisiert (oder gegebenenfalls ein neuer NAPHS erstellt).

Dieser Zyklus gewährleistet die Kontinuität zwischen der Bewertung der nationalen Kapazitäten (PHEPA), der Umsetzung von Korrekturmaßnahmen, der regelmäßigen Überwachung der Fortschritte und der Vorbereitung des nächsten Bewertungszyklus.

Darüber hinaus ist der Plan als evolutives Dokument konzipiert. Er kann auf der Grundlage von Erfahrungsberichten, Simulationsübungen, Nachkrisenanalysen und der Entwicklung der Gesundheitsrisiken angepasst werden.

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