Hypertonie: einfache Schutzmaßnahmen

Blutdruck

Der Blutdruck, auch arterieller Druck genannt, ist die Kraft, die das Blut auf die Wände der Arterien ausübt.

Er wird durch zwei unterschiedliche physiologische Parameter charakterisiert:

  • den systolischen Druck, der den maximalen Druck zum Zeitpunkt der Kontraktion des Herzens darstellt, wenn dieses das Blut in den arteriellen Kreislauf ausstößt;
  • den diastolischen Druck, der dem minimalen Druck während der Ruhephase des Herzens entspricht, wenn sich das Herz zwischen zwei Kontraktionen mit Blut füllt.

Bei gesunden jungen Erwachsenen liegen die als normal geltenden Blutdruckwerte bei etwa 120/80 mm Hg (Millimeter Quecksilbersäule), das heißt:

  • 120mm Hg für den systolischen Druck,
  • 80 mm Hg für den diastolischen Druck.

Bei älteren Personen können diese Werte leicht erhöht sein, ohne dass dies pathologisch ist, und bis zu 130/80 mm Hg erreichen.

Arterielle Hypertonie

Ist der Blutdruck zu hoch, spricht man von arterieller Hypertonie.

Diese ist definiert durch:

  • einen systolischen Blutdruck ≥ 140 mm Hg,
  • einen diastolischen Blutdruck ≥ 90 mm Hg.

Die arterielle Hypertonie kann schwerwiegende medizinische Komplikationen nach sich ziehen. Daher ist es essenziell, den eigenen Blutdruck zu kennen und regelmäßig zu überwachen.

In den meisten Fällen verursacht ein erhöhter Blutdruck keinerlei Symptome, weshalb er über Jahre hinweg unbemerkt bleiben kann. Dennoch kann Hypertonie lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn oder Nieren schädigen.

Ein zu hoher Blutdruck erhöht insbesondere das Risiko für:

  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt),
  • Herzinsuffizienz,
  • Schlaganfall,
  • Nierenerkrankungen,
  • Sehstörungen,
  • sexuelle Funktionsstörungen.

Daher ist eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks auch ohne Symptome von großer Bedeutung.

Situation in Luxemburg

In Luxemburg weiß mehr als jede zweite Person nicht, dass sie an arterieller Hypertonie leidet.

Die arterielle Hypertonie ist eine sehr häufige Erkrankung, die oft als „stiller Killer“ bezeichnet wird, da sie sich ohne sichtbare Symptome entwickelt. Viele Betroffene sind sich ihrer Erkrankung nicht bewusst.

Studien des Luxembourg Institute of Health haben zu einem besseren Verständnis dieser Krankheit, ihrer Risikofaktoren und ihrer Verteilung in der Bevölkerung beigetragen. Erste Ergebnisse zeigten bereits, dass ein erheblicher Anteil der erwachsenen Bevölkerung betroffen ist und zahlreiche Fälle nicht diagnostiziert werden.

Neuere Daten, insbesondere aus der ORISCAV‑2‑Studie sowie aus Berichten der Weltgesundheitsorganisation für Europa (2023), bestätigen diese Situation. Sie zeigen, dass viele Menschen weiterhin nichts von ihrer Erkrankung wissen und dass die Hypertonie selbst bei diagnostizierten Fällen nicht immer ausreichend kontrolliert wird.

Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen, eines gesunden Lebensstils sowie einer konsequenten Therapieeinhaltung zur Vermeidung kardiovaskulärer Komplikationen.

Quellen: Globaler Bericht über Bluthochdruck: Der Kampf gegen einen stillen Killer

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(24)01405-3/fulltext

ORISCAV-LUX » Luxemburgisches Institut für Gesundheit

Wann sollte ein Arzt konsultiert werden?

  • Wenn Ihr systolischer Blutdruck 200mm Hg oder mehr beträgt und
    Ihr diastolischer Blutdruck 120 mm Hg oder mehr beträgt.
  • Wenn Ihr systolischer Blutdruck regelmäßig über 140 mm Hg liegt und
    Ihr diastolischer Blutdruck über 90 mm Hg liegt.

Bei folgenden Symptomen:

  • morgendliche Kopfschmerzen im Nackenbereich,
  • Atemnot bereits bei leichter körperlicher Belastung.

Einfache Maßnahmen zur Kontrolle des Blutdrucks

Ein gesunder Lebensstil kann wirksam zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Nachfolgend einige Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle:

Gewicht überwachen

  • Bei ungewollter Gewichtszu- oder -abnahme sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Vermeiden Sie radikale Diäten und lassen Sie sich von Fachpersonal (Ernährungsberater, Ärzte) begleiten.

Körperliche Aktivität

  • Regelmäßige Bewegung: mindestens 30 Minuten moderater körperlicher Aktivität täglich (z. B. Gehen, Radfahren, Schwimmen).
  • Vermeiden Sie intensive und belastende Sportarten.
  • Krafttraining und sehr intensive Belastungen können den Blutdruck erhöhen.

Salzkonsum reduzieren

Meiden Sie stark salzhaltige Lebensmittel: 

  • Wurstwaren, 
  • Chips, 
  • bestimmte Konserven, 
  • Fertigsuppen, 
  • Fertiggerichte.

Salz fördert die Wasserretention in den Arterien und erhöht dadurch den Blutdruck.

Eine salzarme Ernährung verbessert zudem die Wirksamkeit blutdrucksenkender Medikamente.

Getränke bewusst wählen

  • Trinken Sie täglich ausreichend Wasser (sofern keine medizinischen Gegenanzeigen bestehen).
  • Begrenzen Sie zuckerhaltige Getränke, Fruchtsäfte und Energydrinks.
  • Die WHO empfiehlt, auf alkoholische Getränke zu verzichten.

Rauchstopp

  • Rauchen erhöht die Herzfrequenz und den Blutdruck und verschlechtert die Durchblutung.
  • Es fördert die Arterienverkalkung (Atherosklerose), die häufigste Ursache des Myokardinfarkts.

Verzehr von Obst und Gemüse

  • Kalium aus Obst und Gemüse trägt zur Senkung des Blutdrucks bei.
  • Alle Formen sind geeignet: frisch, tiefgekühlt, konserviert, getrocknet odergefriergetrocknet.
  • Frische Produkte sollten gründlich unter Trinkwasser gewaschen werden, um Rückstände zu entfernen.

Stressreduktion

  • Planen Sie täglich Zeit für Entspannung und Erholung ein.
  • Stress kann den Blutdruck erhöhen; in Ruhephasen sinkt er wieder.

Blutdruckmessung

  • Ihr Arzt kann Sie zur regelmäßigen Selbstmessung auffordern, um die Kontrolle im Alltag zu überprüfen.
  • Notieren Sie sich die Werte systematisch.

Die Selbstmessung erfolgt unter optimalen Bedingungen nach der sogenannten „3er‑Regel“:

  • 3 Messungen morgens vor der Einnahme von Medikamenten,
  • 3 Messungen abends,
  • über 3 aufeinanderfolgende Tage.

Blutdruckmessgeräte

  • Verwenden Sie geprüfte Geräte und vermeiden Sie Käufe aus unsicheren Quellen.
  • Smartwatches und Apps liefern keine verlässlichen Messwerte.

Messhäufigkeit

Messen Sie Ihren Blutdruck nicht übermäßig häufig, da dies zu Angst und einer Erhöhung der Werte führen kann.

  • Bei normalem Blutdruck: einmal alle zwei Wochen messen und dokumentieren.
  • Bei erhöhtem Blutdruck: dreimal täglich messen und dokumentieren.
  • Bei Unwohlsein: Blutdruck messen

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