Bronchiolitis

Bronchiolitis und Atemwegsinfektionen durch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV)

Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist jedes Jahr von September bis Februar für Epidemien von Atemwegsinfektionen in Luxemburg verantwortlich, mit einem Höhepunkt der Aktivität im Dezember oder Januar . Die Infektionen können bei sehr kleinen Kindern (Bronchiolitis) und bei älteren Menschen schwer verlaufen.

Seit 2023 ist es in Luxemburg möglich, Säuglinge vor dem RSV zu schützen, entweder durch die Impfung der Frau während der Schwangerschaft oder durch die Verabreichung monoklonaler Antikörper an das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt oder in den ersten Lebensmonaten.

RSV kann auch bei älteren Menschen schwere Infektionen verursachen. Er ist für die Zunahme  der Krankenhausaufenthalte und der Sterblichkeit bei älteren, gebrechlichen Menschen verantwortlich, insbesondere bei denen mitchronischen Erkrankungen.

Die Impfung wird inzwischen für Personen ab 65 Jahren mit Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen, sowie für alle Personen ab 75 Jahren empfohlen.

Was ist Bronchiolitis?

Bronchiolitis ist eine sehr häufige virale Atemwegsinfektion bei Säuglingen unter zwei Jahren. Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist eine der Hauptursachen für Atemwegsinfektionen und kann auch bei älteren Menschen schwere Erkrankungen verursachen. Bronchiolitis tritt vor allem in den Wintermonaten auf und führt zu einer Entzündung der Atemwege: Nase, Rachen und Bronchien.

RSV ist ein sehr ansteckendes Virus. Die Inkubationszeit einer Infektion beträgt 2 bis 8 Tage. Eine RSV-Infektion beginnt mit einer einfachen Erkältung, die in den meisten Fällen nach einigen Tagen abklingt.

Es kann in bestimmten Fällen sehr ansteckend sein, weshalb besondere Vorsicht geboten ist:

  • Angemessene Präventionsmaßnahmen einhalten.
  • Auf das Auftreten von Symptomen achten.
  • Im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen.

Infektionsprävention

Die Prävention beruht auf Schutzmaßnahmen und der Impfung der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen, insbesondere schwangerer Frauen zum Schutz ihres Neugeborenen, von Personen ab 65 Jahren mit chronischen Erkrankungen oder Begleiterkrankungen sowie aller Personen ab 75 Jahren.

Beim Säugling: Bronchiolitis

Da die Bronchien bei Säuglingen noch sehr klein sind, können sie durch Sekret leicht verengt werden, was zu einer erschwerten Atmung führen kann. Ein Baby, das schneller atmet, kann dadurch rasch erschöpft sein.

Wer ist betroffen, und welche Kinder tragen das größte Risiko, an einer schweren Form von Bronchiolitis zu erkranken?

Von Bronchiolitis sind vor allem Kinder unter 2 Jahren betroffen.

 

Bei diesen Kindern sollte man besonders vorsichtig sein:

  • Frühgeborene, da ihre Atemwege empfindlicher sind und sie während der Schwangerschaft weniger Antikörper von der Mutter erhalten haben;
  • Säuglinge unter 6 Monaten;
  • Kinder mit einer chronischen Erkrankung, insbesondere bei Atemwegs- und Herzerkrankungen oder neuromuskulären Erkrankungen.

Wie wird das Virus übertragen?

Das Virus kann leicht von einer Person zur anderen durch Speichel, Husten und Niesen übertragen werden. Das Virus kann auf Händen und Gegenständen (wie Spielzeug, Schnuller, „Kuscheltiere“) verbleiben. Erwachsene und ältere Kinder, die Träger des RSV sind, haben normalerweise nur wenige Symptome, wie eine einfache Erkältung. Daher tragen viele Menschen das Virus in sich und sind ansteckend, ohne es zu wissen.

Welche Warnhinweise gibt es?

Seien Sie besonders wachsam, solange Ihr Kind unter 6 Wochen bzw. solange Ihr Frühchen noch unter 3 Monaten alt ist.

  • Das Baby atmet schnell, und die Atembewegungen sind deutlich sichtbar (der Bauch bläht sich bei jedem Atemzug auf und die Rippen treten hervor), manchmal auch mit Pfeifgeräuschen.
  • Es saugt oder trinkt nicht mehr, weil es erschöpft ist.
  • Es schläft ständig ein und schläft viel, obwohl es sehr stark und laut atmet.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es gegen Bronchiolitis?

  • Vor jedem Kontakt mit einem Säugling 30 Sekunden lang mit Wasser und Seife die Hände waschen, insbesondere vor und nach dem Wickeln, nach dem Naseputzen, vor dem Stillen oder Füttern mit dem Fläschchen, nach jeder Mahlzeit, nach der Rückkehr aus der Schule. Wenn Händewaschen nicht möglich ist, Desinfektion mit einer alkoholischen Lösung.
  • Regelmäßiges Waschen von Spielzeug und Kuscheltieren.
  • Kein Teilen von Spielzeug und Fläschchen.
  • Es wird empfohlen, Kinder in den ersten drei Lebensmonaten nicht in einer Krippe oder Tagesbetreuung betreuen zu lassen.
  • Das Schlafzimmer regelmäßig durchlüften.
  • Das Kind keinem Zigarettenrauch aussetzen.
  • Muttermilch schützt vor RSV, denn sie enthält Antikörper. Stillen wird in den ersten sechs Lebensmonaten empfohlen und kann idealerweise bis zum Alter von zwei Jahren fortgeführt werden.
  • Beschränkung der Kontakte des Kindes mit anderen Kindern. Meiden von stark frequentierten Orten oder Veranstaltungen. Wenn das Kind zur Risikogruppe gehört oder krank ist, sollte es den Empfehlungen zufolge nicht in die Krippe gebracht werden, um den Kontakt mit anderen zu reduzieren.
  • Andere Personen bitten, eine Maske zu tragen, wenn sie sich dem Kind auf weniger als 2 Meter nähern.
  • Wenn Sie erkältet sind, tragen Sie eine Schutzmaske, wenn Sie Kontakt mit dem Kind haben.

Atemwegsinfektionen bei Erwachsenen

Die ersten Anzeichen einer RSV-Infektion bei Erwachsenen ähneln denen bei Säuglingen, sind jedoch in der Regel weniger ausgeprägt. Die Symptome ähneln häufig denen einer Grippe und können von einer einfachen Erkältung bis hin zu einer Lungeninfektion reichen:

  • Fieber ≥ 38 °C, das bei älteren Menschen manchmal fehlen kann;
  • Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und allgemeines Unwohlsein;
  • Anzeichen einer Infektion der oberen Atemwege: Halsschmerzen, Heiserkeit;
  • Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege: Husten, Auswurf, Atembeschwerden und Brustschmerzen

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