Aufklärungs- und Schutzkampagne vor Schäden durch überlaute Musik

Viele Menschen sind sich einig, dass Musikgenuss bei höherer Lautstärke noch intensiver ist. Mit dem Aufkommen von MP3-Playern und dem wachsenden und vielfältigen Angebot an musikalischer Unterhaltung im Großherzogtum Luxemburg ist die Bevölkerung, insbesondere die junge Bevölkerung, jedoch zunehmend überlauter Musik ausgesetzt. Die negativen Folgen, die diese Belastung verursachen kann, und die wirksamen Mittel, mit denen sie sich verhindern lassen, während man gleichzeitig die Musik genießen kann, sind der breiten Öffentlichkeit oft nicht bekannt.

Eine Geräuschquelle ist für das menschliche Ohr nicht nur aufgrund ihrer Intensität, sondern auch aufgrund ihrer Dauer schädlich. So ist eine kurzzeitige Lärmbelastung mit 100 Dezibel nicht gefährlich, hält diese Belastung aber mehr als 90 Minuten pro Woche an, kann sie zu irreparablen Gehörschäden führen. Da MP3-Player und der Schalldruckpegel bei Rockkonzerten die kritischen Grenzwerte weit überschreiten, sind die Auswirkungen auf das Gehör der Konsumenten offensichtlich.

Bei den Sinneszellen im Innenohr, die für die Umwandlung von Schallwellen in Nervensignale verantwortlich sind, handelt es sich um aktive Zellen, die sich mit Muskelzellen vergleichen lassen. Genau wie ein Muskel, der nach intensiver und/oder längerer Anstrengung ermüdet, werden die Hörzellen durch eine übermäßige Aktivität – sei es in Sachen Intensität oder Dauer – beeinträchtigt. Die Schädigung der Hörzellen kann sich durch Geräuschüberempfindlichkeit, durch Pfeifen oder Summen (Tinnitus) oder durch einen plötzlichen Hörsturz äußern. Können sich die Hörzellen nach einer solchen Anstrengung erholen, treten diese Symptome nur vorübergehend auf. Ist die Belastung jedoch zu intensiv, dauert sie zu lang oder wiederholt sie sich zu oft, so werden die Zellen dauerhaft geschädigt, Symptome wie Pfeifen oder Hörminderungen bleiben bestehen und können die Lebensqualität der Betroffenen schnell beeinträchtigen.

Um die langfristigen Auswirkungen dieser Schädigungen auf das Gehör und die psychische Gesundheit der Bevölkerung einzudämmen, lanciert das Ministerium für Gesundheit eine umfassende Aufklärungskampagne. Die Kampagne richtet sich in erster Linie an Konsumenten von lauter Musik, aber auch an Organisatoren von Musikveranstaltungen und Einrichtungen, in denen diese stattfinden.

Informationsmaterial

Mit einer Informationsbroschüre, die unten im Abschnitt „Mehr erfahren“ heruntergeladen werden kann, wird die Bevölkerung darüber informiert, wie sie Musik genießen und gleichzeitig ihre Ohren schützen kann. Eine sehr anschauliche Grafik in Form eines Lautstärkereglers erläutert die Dezibelskala und zeigt anhand von konkreten Beispielen, wo die Risikoschwellen liegen. In dieser Broschüre erhält der Leser nützliche Tipps, wie er seine Ohren bei Konzerten schützen kann. Zudem werden die Anzeichen von Hörproblemen aufgelistet und die Wichtigkeit einer HNO-ärztlichen Untersuchung bei anhaltenden Problemen aufgezeigt.

Um der Öffentlichkeit konkrete Schutzmaßnahmen an die Hand zu geben, verteilt das Ministerium für Gesundheit kostenlose Ohrstöpsel und Plakate an Veranstalter von Rockkonzerten sowie an Besitzer von Diskotheken und anderen Nachtclubs.

Für eine optimale Ansprache der Zielgruppe organisiert das Ministerium für Gesundheit mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung, des Ministeriums für Familie und des Nationalen Jugendwerks (Service national de la jeunesse) diese Aufklärungs- und Präventionskampagne.

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