Welt-Schlaganfalltag, 29. Oktober 2009: Jede Minute zählt!
Zahlen
Zerebrovaskuläre Erkrankungen sind die 3. häufigste Todesursache, und die häufigste Ursache von Behinderungen im Großherzogtum Luxemburg. Sie machten im Jahr 2006 nicht weniger als 9 % der Todesursachen aus. Dies bedeutet, dass in Luxemburg etwa 4 Personen pro Tag einen Schlaganfall erleiden. Dies führt bei 1 dieser 4 Personen zu einer bleibenden Behinderung, bei einer weiteren innerhalb des darauffolgenden Jahres zum Tod.
Die psychosozialen Auswirkungen infolge eines Verlusts der Selbständigkeit durch einen Schlaganfall sind beträchtlich:
- Notwendigkeit der häuslichen Pflege oder Leben in einem Pflegeheim;
- Erwerbsunfähigkeit;
- finanzielle Probleme;
- soziale Isolierung;
- Depression;
- sexuelle Störungen usw.
Ursachen eines Schlaganfalls
Die hauptsächliche Ursache für einen Schlaganfall ist eine Blutgefäßverstopfung, wodurch das Gehirn nicht mehr mit Blut versorgt werden kann.
Die häufigste Ursache dafür sind Fettablagerungen an den Innenwänden der Blutgefäße, die das Gehirn versorgen: Diese verengen sich und werden spröde: das bezeichnet man als Atherosklerose.
Wenn sich die teilweise verstopften Blutgefäße durch ein Blutgerinnsel vollkommen verschließen, bleibt die Blutversorgung des Gehirns aus; infolgedessen wird ein Teil des Gehirns nicht mehr mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Es kommt zu einer Schädigung des Gehirns: Das ist der Schlaganfall oder Hirninfarkt.
In manchen Fällen können auch Blutgefäße im Gehirn platzen, und der daraus resultierende Blutaustritt führt zu einer Schädigung des Hirngewebes: Dann spricht man von einer Hirnblutung, einer anderen Form von Schlaganfall.
Im Falle von Herzrhythmusstörungen können sich kleine Blutgerinnsel im Herz bilden, die durch die Blutgefäße bis ins Gehirn gelangen können. Solch ein Gerinnsel, auch Embolus genannt, kann eine kleine Gehirnarterie blockieren, sodass der betreffende Teil des Gehirns nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt werden kann. Das ist die Hirnembolie, eine 3. Form von Schlaganfall.
Symptome eines Schlaganfalls
Das häufigste Symptom eines Schlaganfalls ist eine plötzliche Erschlaffung, einhergehend mit einer Muskelschwäche oder Gesichtslähmung, oder auch der meist einseitigen Lähmung eines Arms oder Beins.
Zu weiteren Symptomen gehört das plötzliche Auftreten folgender Anzeichen:
- Erstarrung des Gesichts, eines Arms oder eines Beins, besonders auf einer Seite des Körpers, mit einem Taubheitsgefühl;
- plötzliche geistige Verwirrtheit, mit Sprach- oder Verständnisstörungen;
- Sehstörungen auf einem oder beiden Augen, oder plötzliche Doppelsichtigkeit;
- Schwierigkeiten beim Gehen, Schwindel, Verlust des Gleichgewichts und der Koordination;
- starke Kopfschmerzen aufgrund einer unbekannten Ursache;
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit.
Die Auswirkungen eines Schlaganfalls hängen davon ab, welcher Teil des Gehirns beeinträchtigt wurde, und wie schwerwiegend die Gehirnschädigung ist. Ein Schlaganfall kann in manchen Fällen nur einen Teil des Körpers beeinträchtigen; er kann hingegen auch zu einer vollkommenen einseitigen Lähmung, wenn nicht schlimmstenfalls sogar zum plötzlichen Tod führen.
Richtig reagieren
Wenn Sie Anzeichen eines Schlaganfalls bei einer Person feststellen, dann rufen Sie sofort die Notfalldienste an (Rufnummer 112): Jede Minute zählt!
Das Wichtigste bei der akuten Behandlung eines Schlaganfallpatienten ist die schnellstmögliche Einlieferung in eine neurologische Krankenhaus-Spezialabteilung (Schlaganfallabteilung (Stroke Unit) oder Abteilung für zerebrovaskuläre Erkrankungen), in der ausschließlich Schlaganfallpatienten aufgenommen werden. Eine solche Abteilung besteht aus einem speziell ausgebildeten und engagierten Team von Neurologen, Krankenpflegepersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern.
Wenn keine schnelle Einlieferung in eine Schlaganfallabteilung möglich ist, kann von einem Facharzt eine Thrombolyse durchgeführt werden. Mit der Thrombolyse soll der Blutfluss wiederhergestellt werden, indem die Blutgerinnsel, die zu der Arterienverstopfung geführt haben, langsam aufgelöst werden. Wenn die Thrombolyse innerhalb von 4,5 Stunden nach dem Auftreten der Symptome erfolgt, kann das Ausmaß der Gehirnschädigung reduziert und das umgebende Hirngewebe weitestgehend erhalten werden.
Im Anschluss daran sind folgende wesentliche Maßnahmen durchzuführen, damit die betroffene Person so schnell wie möglich ihre körperlichen Fähigkeiten sowie eine angemessene Kommunikationsfähigkeit wiedererlangt:
- Überwachung des neurologischen Defizits der betroffenen Person;
- Einleitung einer angemessenen Behandlung;
- Diagnose biologischer und physiologischer Störungen: Blutzuckerwerte, Blutdruck, Fettbilanz, Herzrhythmus, Körpertemperatur usw.;
- frühestmögliche Einrichtung eines geeigneten Rehabilitationsprogramms mit 1 Physiotherapeuten, 1 Logopäden und 1 Ergotherapeuten.
Der Schlaganfall ist ein NOTFALL
- Werden die Anzeichen rechtzeitig erkannt, so kann dies lebensrettend sein, und schwere Behinderungen können vermieden werden.
- Reagieren Sie sofort und rufen Sie die 112 an!
Prävention
Eine Reihe von Faktoren, die zu einem erhöhten Risiko von Schlaganfällen führen, sind mit unserer Lebensweise verbunden:
- Rauchen;
- schlechte Ernährung;
- mangelnde körperliche Bewegung usw.
Diese schlechten Lebensweisen können zu schwerwiegenden Störungen im Körper führen, wie:
- Bluthochdruck;
- erhöhten Blutzuckerwerten (Hyperglykämie, Diabetes);
- erhöhten Blutfettwerten (Hyperlipidämie).
Diese Störungen sind die hauptsächlichen Risikofaktoren eines Schlaganfalls.
Durch eine gesunde Lebensweise kann man schon ab einem jungen Alter vermeiden, dass diese Risikofaktoren sich einstellen und letztlich einen Schlaganfall herbeiführen.
In dieser Hinsicht ist es wichtig, einige wesentliche Empfehlungen zu befolgen:
- mit dem Rauchen aufhören;
- sich täglich mindestens eine halbe Stunde körperlich bewegen;
- mindestens 5 Portionen Obst und Gemüse täglich essen;
- den Konsum von Salz auf weniger als einen Teelöffel pro Tag begrenzen;
- den Blutdruck regelmäßig überprüfen lassen;
- den Blutzuckerspiegel regelmäßig überprüfen lassen;
- durch regelmäßigen Sport oder regelmäßige körperliche Bewegung sowie durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung ein ideales Körpergewicht beibehalten;
- moderater Alkoholgenuss.
Informationsmaterial
Es wurde eine Multimedia-Kampagne zur Aufklärung und Ermutigung zu einer Änderung der Verhaltensweisen und zur Übernahme gesünderer Lebensweisen initiiert.
Sie ruft zur Solidarität und zum Praktizieren lebensrettender Maßnahmen auf:
- die Anzeichen eines Schlaganfalls erkennen;
- sofort die Notfalldienste (Rufnummer 112) anrufen.
Zum letzten Mal aktualisiert am