Übertragungsarten
Übertragungswege
HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) können in jedem Alter durch ungeschützten Geschlechtsverkehr erworben werden. Unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder ethnischer Zugehörigkeit betreffen HIV und STI alle Menschen, die ein aktives Sexualleben führen.
Es gibt drei Arten der HIV-Übertragung:
1. Übertragung durch Geschlechtsverkehr
HIV wird durch Penetration (vaginal, anal oder oral) bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr übertragen. Das Ansteckungsrisiko variiert je nach Art des Geschlechtsverkehrs, dem Vorhandensein anderer sexuell übertragbarer Infektionen, der Viruslast der Person, die HIV trägt, und dem Zustand der Genitalschleimhaut.
Die Übertragungsrate bei Analverkehr ist zehnmal höher als bei vaginalem Geschlechtsverkehr. Eine Person mit einer unbehandelten STI, die insbesondere Geschwüre oder Sekrete verursacht, hat ein 10-mal höheres Risiko für eine HIV-Übertragung.
2. Übertragung durch direkten Kontakt mit Blut
HIV wird durch die gemeinsame Nutzung von Spritzen, Nadeln oder anderen Geräten übertragen, die mit dem Blut einer Person, die das Virus trägt, kontaminiert sind. Piercings und Tätowierungen sollten mit Einwegnadeln durchgeführt werden, um eine HIV-Übertragung durch kontaminiertes Material zu vermeiden.
Ein geringes Risiko kann bei der medizinischen Versorgung mit nicht sterilem oder schlecht desinfiziertem Material entstehen. Die Sicherheit der Behandlung und des Blutes wird durch strenge Gesundheitsvorschriften und systematische HIV-Tests gewährleistet.
Dank der Fortschritte bei den systematischen Tests und den Sicherheitsprotokollen ist das Risiko durch Bluttransfusionen in unseren Ländern verschwunden.
3. Übertragung während der Schwangerschaft, der Geburt oder des Stillens.
Es besteht das Risiko einer Übertragung von einer HIV-positiven Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft (Ansteckung durch Blut), bei der Geburt (durch Blut und Vaginalsekret) und beim Stillen (durch die Muttermilch).
Dank einer angemessenen medizinischen Betreuung und der Einnahme einer Therapie können HIV-positive Mütter ein HIV-negatives Kind zur Welt bringen. HIV kommt auch in der Muttermilch vor und ist ein Kontraindikator für das Stillen.
Eine HIV-positive Person, die eine antiretrovirale Therapie mit einer nicht nachweisbaren Viruslast erhält, gibt HIV beim Geschlechtsverkehr nicht mehr weiter.
HIV wird nicht über die Luft (Niesen und Husten) oder durch Insektenstiche übertragen, auch nicht durch Küssen oder Streicheln, nicht durch die Benutzung von Gemeinschaftstoiletten, Geschirr, Besteck und Gläsern und auch nicht bei ärztlicher oder zahnärztlicher Behandlung in Ländern, in denen die Gesundheitsvorschriften anspruchsvoll und leistungsfähig sind und die universellen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.
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